Prüfungs- und Planungskreis

Liebe Freunde des Rudolf Steiner Hauses,

der Prüfungs- und Planungskreis der Anthroposophischen Gesellschaft Stuttgart (PPK) hat Anfang 2020 seine Arbeit beendet und wurde vom Baurat abgelöst. Zur Aufgabenstellung und den Ergebnissen des PPK siehe am Seitenende. Mitglieder des PPK waren: Marco Bindelli, Melina Elmali, Severin Fraser, Alexandra Handwerk, Wolfgang Hinze, Sebastian Knust, Tania Mierau, Paul-Gerhard Reeh, Georg Schumacher, Dina Stahn und Georg Töllner.

Vorgeschichte, Mitglieder und Aufgabe des PPK
Im 1957 erbauten, 1978 erweiterten Rudolf Steiner Haus besteht umfangreicher Sanierungsbedarf. Die Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart steht vor der Frage, wie weitreichend saniert werden muss, um für die Zukunft arbeitsfähig zu bleiben.
In die Überlegungen einbezogen sind die benachbarten Einrichtungen: die Freie Hochschule | Seminar für Waldorfpädagogik, die unter Platzmangel leidet und gerne Räume im Rudolf Steiner Haus mitnutzen würde, sowie das Eurythmeum, das gemeinsam mit dem Rudolf Steiner Haus den Fichte- und den Nord Süd Saal, sowie die Zugänge und Toiletten nutzt. Baumaßnahmen in diesen beiden Sälen würden sich daher auf den Ausbildungs- und Bühnenbetrieb im Eurythmeum auswirken. Könnte es einen gemeinsamen Zukunftsschritt baulicher Art geben und wie könnte dieser aussehen? (Dies betrifft einzig das Gebäude Rudolf Steiner Haus, nicht die Gebäude von Eurythmeum und Freier Hochschule.)


Der Prüfungs- und Planungskreis

Die Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart (vertreten durch Initiativkreis und Kuratorium) hat einen „Prüfungs- und Planungskreis“ eingerichtet. Dieser verschafft sich mit einem ergebnisoffenen Blick einen Überblick über alle denkbaren Optionen. Eine könnte heißen: Im Rudolf Steiner Haus wird nur das Notwendigste saniert und ansonsten bleibt alles wie gehabt. Möglich wäre auch, dass am Ende des Prozesses ein konkreter Bauvorschlag steht, der den gesamten Bau oder Teile davon betrifft.
Der Kreis entscheidet nicht, sondern will den Entscheidungsträgern (Bauverein, Rudolf Steiner Haus Organisation, Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart, Arbeitszentrum Stuttgart, Stuttgarter Mitgliedschaft, Eurythmeum) eine Lagebeurteilung erleichtern. Er ermittelt den konkreten Raumbedarf und lotet aus, welcher Konsens in der Gemeinschaft der Entscheidungsträger möglich ist. Auch die Finanzierbarkeit von Baumaßnahmen sind Thema. Im Januar 2020 wird der Kreis ein Ergebnis vorstellen.

Auch die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft Stuttgart sollen ausdrücklich in den Prozess miteinbezogen werden – sprechen Sie Vertreter des Prüfungs- und Planungskreis gerne an, bringen Sie Ihre Fragen, Bedürfnisse und Ideen ein!
Ein erstes Informationsschreiben ging allen Mitgliedern im Juli 2019 zu. Weitere Neuigkeiten werden online an dieser Stelle veröffentlicht und an den Mittwochabenden in Papierform zur Verfügung gestellt.


Sachstand Juli 2019

Klärung der Positionen der benachbarten Einrichtungen: Die Freie Hochschule Stuttgart ist an zweckmäßigen Räumen interessiert, die Nutzung muss aber finanzierbar sein. Verbindliche Nutzungszusagen und Mietzahlungen sind noch zu klären.
Das Eurythmeum wird sein Gebäude unabhängig sanieren. Was Fichte- und Nord Süd Saal betrifft, unterstützt es den gemeinsamen Findungsprozess nach Kräften.

Eine Raumbegehung hat stattgefunden in Fichte-Saal, Nord Süd Saal, Großer Saal.
Finanzierungsmöglichkeiten werden ausgelotet. Erste Gespräche haben stattgefunden.


Gesprächsforum 2020: Architektur, Entwicklung innerer und äußerer Kultur

Seit Oktober 2019 kommen Mitglieder der AGS und alle Interessierten ins Gespräch  über die Arbeit des Prüfungs- und Planungskreises, alle Fragen und  Anregungen in Bezug auf die innere und äußere Entwicklung im Rudolf Steiner Haus. Wir freuen uns über rege Beteiligung und auf den Austausch.
Immer montags von 18 bis 20 Uhr am: 27. Januar, 10. Februar, 9. März, 27. April, 11. Mai
Ort: Cafeteria im Rudolf Steiner Haus Stuttgart

bereits stattgefunden haben Treffen am 28.10., 11.11., 2.12.2019

Motive aus dem 1. Abend (28. Oktober 2019):
Stell Dir vor es ist Gesprächsabend und Du gehst nicht hin. Allerdings waren acht Menschen doch da: am Montagabend, den 28.10.19, zum Gespräch mit dem Prüfungs- und Planungskreis der Anthroposophischen Gesellschaft Stuttgart.
Es sollte um die Nutzung, Anmutung und Zukunft gehen, die innere und äußere Gestalt des Hauses. Die Versammelten hatten einen prächtigen Abend. Unterschiedlichste Wahrnehmungen, Wünsche und Fragen wurden ausgetauscht, widersprachen, ergänzten und vertrugen einander, verstanden sich. Farbiges Leben in freundschaftlicher Begegnung. – Small ist und bleibt einfach beautiful, war aber vom Baugedanken her etwas luxuriös. Ein solches Haus für acht Menschen?!
Am 11. November 2019 von 18 bis 20 Uhr sollte das anders sein! Da wird fortgesetzt.
Das Haus gehört uns allen, es gehört der geistigen Arbeit, seelischen Kräftigung und körperlichen Ertüchtigung. Raus aus dem Privaten – Rein ins Gesellschaftliche!
Wieviel Ideen und Anliegen da waren:

  • Lebensrückfluss aus den Praxisfeldern
  • Kunst, Kunst, Kunst
  • Anthroposophisches Seminar
  • Einführungskurse
  • Themen der Zeitgeschichte
  • Esoterische Arbeit
  • Begegnungsstätte Café
  • Theater AG
  • Echos aus der Arbeit der Nutzer des Hauses
  • Generationsübergreifende Arbeitsgruppen
  • Kultur von Initiativen und Verantwortung
  • Kommunikation zwischen Verwaltung und Mitgliedschaft
  • Raumpflege durch Ästhetik
  • Schärfung des Dienstleistungsprofils der Anthroposophischen Gesellschaft
  • Wege zur mündigen Mitgliedschaft pflegen
  • Hausnutzung intensivieren
  • Anwesenheit/Erreichbarkeit von Verantwortlichen verbessern

Text zum download: Einladung PPK Forum Nov 2019

 


Bericht Januar 2020 zu den Ergebnissen des PPK:

  • Die Freie Hochschule für Waldorfpädagogik bekundet gegenüber RSH-Baugedanken ein waches bis begeistertes Interesse, das bzgl. Kostenbeteiligung unverbindlich bleibt.
  • Das Eurythmeum möchte für sich bleiben und treibt seine Aus- und Umbaupläne separat voran (Verhandlungen über gemeinsame Raumnutzungen liegen beim Verantwortungskreis).
  • Die AGiD steht RSH-Baugedanken wohlwollend-abwartend gegenüber.
  • Mehrere Sponsorengespräche wurden geführt. Substantiell sollen diese werden, sobald feststeht, welche Form der Baugedanke annehmen wird.

Neue Baustoffe
Im Sommer 2019 trat Paul-Gerhard Reeh mit einer Innovations-Idee an den PPK heran, der den Baugedanken auf ein neues Ziel ausrichtete – wenn Neubau, dann einen Prototyp aus Baustoffen, die auf einem neuen Verständnis und Umgang mit Kohlenstoff basieren.

Der PPK empfiehlt,

  1. im 1. Halbjahr 2020 weiterhin nur die nötigsten Reparaturen im RSH durchzuführen, bis im Sommer 2020 ein Zeithorizont für die Praxisreife der Kohlenstoff-Technologie sichtbar wird.
  2. bei Praxisreife der neuen Baustoffe (und damit eines Prototyps) in ferner Zukunft, eine „kleine Lösung“ anzustreben: diese beinhaltet alle Maßnahmen, um das Rudolf Steiner Haus in einen ordentlichen Zustand zu versetzen und betriebsfähig zu halten, insbes. die Sanierung der Bühne und die Neueinrichtung der Küche, um diese für Veranstaltungen nutzen zu dürfen und zu können. Vor Sanierung von Bühne und Küche ist ein detailliertes Gutachten zu Kostenbedarf und notwendigen Umfang einzuholen. Diese kleine Lösung würde aus Eigenmitteln finanziert (Bauverein).
  3. bei zeitnaher Praxisreife der neuen Baustoffe einen Prototyp auf der Uhlandshöhe zu befördern. Welche Teile des RSH hiervon betroffen sind, wäre auszuloten. Diese „große Lösung“ kann nicht allein von den Mitgliedern der AGS finanziert werden, externe Fördergelder und Sponsoren sind nötig.
  4. eine Klausur im Mai/Juni mit allen Beteiligten abzuhalten (darunter Mitglieder PPK plus Verantwortungskreis RSH, Bauverein, AGiD, ev. mögliche Sponsoren) zum Thema Anthroposophischer Zukunftsimpuls in Stuttgart – baulich und geistig-sozial.

Arbeit am inneren und äußeren Bau
Der Diskussionsbedarf in der Mitgliedschaft ist unverändert hoch: Seit Oktober 2019 mit Folgeterminen findet ein offenes Haus- und Bauforum statt, zu dem neben Mitgliedern alle Interessierten eingeladen sind. Ziel ist, rund um den inneren und äußeren Bau des Hauses gemeinsam mit dem PPK zu beraten und sich zu Initiativen zusammenzufinden. Diese widmen sich in einem ersten Schritt vor allem der Belebung des Hauses und Stärkung des inneren Baus. Die künftige Gestaltung und Entwicklung des Hauses soll aktiv mitbegleitet werden. Mittelfristig bleibt die Frage, was soll künftig geistig auf der Uhlandshöhe geschehen? Wird es zu einer inneren Gemeinschaftlichkeit rund um den CampusA kommen, sich ein geistiger Bau entwickeln, der in einem äußeren Baugeschehen sichtbar wird?

Kompletter Bericht als PDF zum download (63 KB):
PPK Bericht Jan 2020

Nachtrag: Es zeichnet sich ab, dass die Praxisreife der neuen Baustoffe nicht kurzfristig zu erwarten ist und Empfehlung Nr. 2 greift.

Wie geht es nun weiter?
Der Prüfungs- und Planungskreis hat sich nach Abschluss seiner Aufgabe aufgelöst. Die Rudolf Steiner Haus Organisation hat die Verantwortung für Renovierungen wieder an sich genommen und aus ihrem Kreis einen Baurat berufen, der sich den anstehenden Arbeiten widmet und sie verantwortet: Seine Mitglieder sind Gabriele Arndt (Raumvermietung Rudolf Steiner Haus), Marcus Gerhardts (Arbeitszentrum Stuttgart) und Sebastian Knust (campusA). In der kommenden Zeit wird der Baurat (und gegebenenfalls auch der Bauverein) über anstehende größere Renovierungsmaßnahmen informieren.